Kreisgruppe Oberhavel, Bahn & Bus, Mobil auf dem Land, Pressemitteilung
Oberhavel

VCD Kreisgruppe Oberhavel fordert deutliche Nachbesserungen beim Nahverkehrsplan

Die VCD-Kreisgruppe Oberhavel kommentiert den aktuellen Entwurf für den Nahverkehrsplan des Kreises, der leider eher einem geordneten Rückbau als einem Verkehrsentwicklungsplan gleichkommt.

Die Einschätzung ist eindeutig: Ein Nahverkehrsplan, der in einer Zeit steigender Energiepreise und sich verschärfender Klimakrise Fahrten streicht und Takte ausdünnt, widerspricht nicht nur übergeordneten gesellschaftlichen Interessen, sondern auch ganz klar den im Brandenburger Mobilitätsgesetz verankerten Zielen. Dort ist vorgegeben, dass die im Umweltverbund zurückgelegten Wege weiter steigen müssen. Das jedoch lässt sich nur durch erhöhtes Angebot und bessere Attraktivität erreichen, damit Menschen zuverlässig fahren können, wann und wo sie es benötigen.

Zwar begrüßt der VCD ausdrücklich den Ansatz, den Schüler:innenverkehr nicht anzutasten und zu sichern, denn "wenigstens sind Kinder und Jugendliche dann nicht die ersten Leidtragenden der Sparmaßnahmen", so Matthias Lauterbach, stellvertretender Sprecher der Kreisgruppe. Doch dürfe dieser Fokus nicht zum einzigen Merkmal des Angebots werden.
„Wenn die Verbindung zum Wochenendeinkauf, zur Pflege von Angehörigen oder zum Freizeitverkehr gekürzt wird, nimmt das den Menschen die Freiheit, ohne Auto leben zu können", kritisiert Matthias Lauterbach, stellvertretender Sprecher der VCD-Kreisgruppe. „Ein ÖPNV, mit dem die Menschen Abends oder am Wochenende nicht mehr nach Hause kommen, ist für viele keine echte Alternative."

Zusätzlich problematisch ist aus Sicht des Verbandes der fehlende Blick auf die Infrastruktur selbst. Trotz langfristig deutlicher Einsparpotenziale bei Betriebskosten – insbesondere bei steigenden Kraftstoffpreisen – spielen Investitionen in sauberere Fahrzeuge derzeit gar keine Rolle. Dies ist immer auch ein Aufruf an die Bundespolitik: Ohne verlässliche Finanzierungsbereitschaft können weder Kommunen noch Kreise die notwendigen Ziele im Verkehrsbereich erreichen.

„Wir fordern eine Kompensation durch moderne Bedarfsangebote. Auch im dichter besiedelten Südkreis sollten Rufbusse, Sammeltaxen oder flexible Lösungen wie der MOHVER als fester Baustein des Nahverkehrs gedacht werden", ergänzt Lauterbach.

Der VCD Oberhavel fordert den Kreistag daher auf, den Entwurf deutlich nachzubessern und einen Plan vorzulegen, der zuverlässige Mobilität für alle Menschen gewährleistet, und zwar unabhängig vom Besitz eines eigenen Pkw.

Der ökologische Verkehrsclub VCD-Brandenburg setzt sich für eine umwelt- und sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität in Brandenburg ein. Geleitet von dem Gedanken einer globalen Verantwortung, engagiert er sich auf lokaler und regionaler Ebene für eine klimaverträgliche, nachhaltige Verkehrspolitik. Seit 1991 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. 

zurück