Landesverband Brandenburg, Bahn & Bus, Pressemitteilung
Landesverband Brandenburg

Angebotskürzungen und Tariferhöhungen – Brandenburg verspielt die Mobilitätswende

Die Lücke zwischen den Kosten und der Finanzierung im öffentlichen Verkehr wird immer größer. Erste Landkreise und kreisfreie Städte in Brandenburg haben das Angebot bei Bus und Tram schon eingeschränkt. Nun plant der VBB zum 1.1.2026 eine Tariferhöhung. Kontraproduktiv, findet der ökologische Verkehrsclub VCD Brandenburg.

Der ÖPNV in Brandenburg braucht eine langfristige und verlässliche Finanzierung für den Betrieb und für den Ausbau des Angebotes. Der VCD Brandenburg unterstützt die Verkehrsbetriebe bei dieser berechtigten Forderung. Trotzdem ist die erneute Tariferhöhung für den VCD der falsche Weg, denn sie löst das Problem nicht. Im Gegenteil: der öffentliche Verkehr wird im Verhältnis zu anderen Verkehrsmitteln zunehmend unattraktiver. Laut Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes sind die Preise für Diesel von Januar 2023 bis August 2025 um zwanzig Prozentpunkte gesunken. Für Benzin um rund fünf Prozent, während die Preise für Bahntickets im Schnitt zehn Prozent und die Fahrpreise für Bus und Tram um rund neun Prozent gestiegen sind. Durch die Subventionierung von Diesel, Benzin und Kerosin setzt die Politik nicht nur klimaschädliche Anreize. Dem Staat gehen auch Steuereinnahmen in Milliardenhöhe verloren, die dringend für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs benötigt werden. 

Parallel werden Millionen für den Neubau von Autobahnen und fragwürdige Umgehungsstraßen ausgegeben, die nachweislich mehr Autoverkehr produzieren. Diese Gelder müssen in den öffentlichen Verkehr fließen. Denn ein guter ÖPNV verhindert Staus und Verkehrsunfälle, verringert Schadstoffe, Lärm und Treibhausgase und ermöglicht es viel mehr Menschen auch ohne Führerschein, selbstständig und entspannt unterwegs zu sein.

Die Erhöhung der Fahrpreise ist ein falsches Signal, da die teuren Einzelfahrscheine noch mehr Menschen davon abhalten werden, den ÖPNV auszuprobieren. In der Folge wird der Verkehr nach Potsdam, in die Kreisstädte und nach Berlin zunehmen und das Verkehrschaos wird steigen.

Wo der VCD Brandenburg Finanzierungsmöglichkeiten für den ÖPNV sieht, könnt ihr in unserer ausführlichen Pressemitteilung lesen.

 

Hintergrund

Links zu vertiefenden Studien

 

Wie die Bundesregierung den Autoverkehr subventioniert, welche Klimafolgen und welche finanziellen Auswirkungen daraus resultieren, stellt die Ariadne-Studie zu klimaschädlichen Subventionen im Verkehr dar. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Und hier geht es zum Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes für den Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung, bei dem die Preisveränderungen u.a. für Benzin, Diesel und Bahntickets erfasst werden.

Wer mehr über die neuen VBB-Ticketpreise ab 1.1.2026 erfahren möchte, findet die Informationen hier.

Eine Übersicht über die Kürzungen im Schienenpersonennahverkehr gibt es hier.

 

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