Kreisgruppe Cottbus/ProTramCottbus
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H2-Busse für Cottbus - Teil2

Frage: Wie kommt der Wasserstoff in die SPN-Betriebshöfe?

Bekanntlich will Cottbusverkehr (CV) 35 H2-Busse für das SPN-Netz und 11 H2-Busse für Cottbus beschaffen. Nach CV-Plänen wird der benötigte Wasserstoff zentral in der Nähe des CV-Betriebshofs hergestellt. Damit ergibt sich oben gestellte Frage.
Drei Möglichkeiten bieten sich an:

  • Die Busse fahren nach Betriebsende zum CV-Betriebshof, werden über Nacht geladen und fahren danach wieder zu ihren Heimat-Betriebshöfen zurück. Damit ergibt sich zwangsläufig eine Reihe von Leerfahrten.
  • Der Wasserstoff wird mit speziellen Druck-Tanklastern (CGH2-Laster*) in die SPN-Betriebshöfe transportiert, dort in Drucktanks gelagert, aus denen dann die Busse betankt werden.
  • Transport per Pipeline

Variante 2 ist gleich mit einer Reihe von Problemen behaftet, die eine Studie aus Baden-Württemberg gut beschreibt:

  • Der Transport von Wasserstoff ist problematisch. Eine Möglichkeit dafür besteht darin, ihn hoch zu komprimieren, z.B.: 700 bar.
    Doch die Kompression selbst verursacht einen Energieverlust von 12%.
  • Außerdem sind große Tanks erforderlich. Entsprechend großvolumige  CGH2-Laster sind für den Transport erforderlich, siehe **
  • Da bei der Betankung der Busse und der Füllung der Tanks aus dem CGH2-Laster der Druck im spendenden Behälter stets sinkt, sind 2 Tanks (Niederdruck- und Hochdruck-Tank) an einem Ort mit zwischengeschaltetem Kompressor erforderlich.
  • Bei der Betankung erwärmt sich der Wasserstoff. Um die zulässigen Temperaturen im Tank nicht zu überschreiten, muss der Wasserstoff in der Tankstelle gekühlt werden (- 40°C).

An jedem SPN-Betriebshof wäre kostenintensive Technik zu installieren, siehe auch:, Tabelle auf Seite 48. Inwieweit hier eine Förderung möglich ist, ist fraglich, zumal der Bundes-Verkehrsminister laut „Zeit“ vom 21.02.2024  die Fördermittelvergabe für Wasserstoff gestoppt hat wegen „Ungereimtheiten in der Wasserstoffförderung“.

Variante 3:
Da selbst der Anschluss der angedachten Wasserstoff-Kraftwerke in Jänschwalde und Schwarze Pumpe an das Wasserstoffnetz äußerst fraglich ist, liegt die Wahrscheinlichkeit des Anschlusses von CV etwa bei Null, obwohl dies bei möglichen Über- oder Minderproduktionen von Wasserstoff des Elektrolyseurs bei CV eigentlich sinnvoll wäre. Eine Pipeline von CV zu den SPN-Betriebshöfen ist damit erst recht unwahrscheinlich.

Fazit:
Die Ladung von Batteriebussen vor Ort mit Elektro-Energie scheint im Vergleich zur Energie-Versorgung von Wasserstoff-Bussen in den SPN-Betriebshöfen deutlich weniger aufwändig und kostenintensiv zu sein, selbst im Fall der Notwendigkeit eines Ausbaus des jeweiligen Strom-Netz-Anschlusses.
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*
CGH2 = Compressed Gaseous Hydrogen – Druckwasserstoff

**
Die Grafik zur Druckwasserstoffspeicherung zeigt:
Der Energie-Inhalt liegt bei Wasserstoff mit einem Druck von 700 bar und 20°C bei ca. 1300 kWh/m3 (40 kg/m3).
Zum Vergleich: Ein Tank mit 1 mInhalt fasst rund 820kg Diesel (ca. 9500 kWh).

 

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