Kreisgruppe Brandenburg / Havel
Kreisgruppe Brandenburg / Havel

VCD-Kreisgruppe nimmt Stellung zur Vorplanung des Knotenpunktes B1/B102 (Brücke am Altstädtischen Bahnhof)

Ein zentrales Verkehrsthema in der Stadt ist der Wiederaufbau des Knotenpunktes der B1/B102 am Bahnhof Brandenburg Altstadt, am Ort der abgerissenen Brücke. Die Vorplanung wurde uns und den Stadtverordneten eigentlich für Mai 2021 versprochen, vorgelegt wurde sie vom Brandenburger Landesbetrieb Straßenwesen (LS), der im Auftrag des Bundes die Autobahnen und Bundesstraßen im Land baut und unterhält, jetzt erst Anfang Juli, allerdings nicht öffentlich.


Wir freuen uns, dass wir zu diesem für die Stadt enorm wichtigen Projekt Stellung nehmen und unsere Expertise einbringen dürfen.

Jedoch haben die Stadt Brandenburg und der Landesbetrieb Straßenwesen uns und andere Beteiligte (wie der ADFC, die Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel, Naturschutzverbände, ...) dazu aufgefordert, unsere Stellungnahmen bis Ende Juli an den Landesbetrieb Straßenwesen zu schicken. Für eine solch komplexe Planung ist eine Rückmeldungsfrist von unter 28 Tagen, noch dazu während der Schulferien, absolut unangemessen.

Der Landesbetrieb Straßenwesen und die Stadt Brandenburg erfüllen außerdem nicht die Zusagen, die sie im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr der SVV Brandenburg am 14.04.2021 gegeben haben. Eine mit allen Beteiligten abgestimmte Position der Stadt gegenüber dem Landesbetrieb Straßenwesen, wie sie uns noch im April versprochen wurde, scheint nicht mehr vorgesehen, ebensowenig eine Einbeziehung der Stadtverordneten.

Für uns entsteht der Eindruck, dass die Planung des Landesbetriebs Straßenwesen reibungslos durchgedrückt werden soll, und dabei die Expertise der Menschen vor Ort übergangen wird. Wesentliche Änderungen an den Plänen sind jedoch nur in der Vorplanung möglich, danach werden die Unterlagen zur Ausschreibung der Bauarbeiten vorbereitet, und jede Änderung nach diesem Schritt würde extrem teuer und somit praktisch unmöglich.

Wir halten tatsächlich grundlegende Aspekte der Vorplanung für diesen Verkehrsknoten für verfehlt. Die Verlegung der "Europakurve" von westlich nach östlich der B1/B102 hat kaum Vorteile, aber schwerwiegende Nachteile. Außerdem sind aus unserer Sicht die vielfältigen Verkehrsströme von Fußgängern und Radfahrenden nur unzureichend berücksichtigt - im Radverkehr verlaufen z.B. die Hauptradrouten II und III aus dem Radverkehrskonzept der Stadt über den Knotenpunkt, wie in unseren interaktiven Karten klar ersichtlich. Es werden hier jedoch Radwege geplant, die einer Hauptradroute nicht angemessen sind.

Da die Vorplanung nicht öffentlich ist, können wir unsere Stellungnahme im Moment hier nicht zur Verfügung stellen, werden aber demnächst genauer darüber informieren.

[Update 2021-09-19] Da die Plaung mittlerweile öffentlich ist, machen wir auch unsere Stellungnahme hier öffentlich.

zurück