Kreisgruppe Brandenburg / Havel
Die von der Stadt vorgestellten Planungen zum Ausbau der B 102 zwischen Gördenbrücke und der Europakurve sehen vor, dass der Radweg auf der Westseite der August-Bebel-Straße nur noch in Richtung Innenstadt benutzt werden darf, und nicht mehr - wie bisher - auch in Richtung Hohenstücken.
Radfahrer sollen stattdessen auf dem in die Jahre gekommenen Rad- und Fußweg jenseits der Straßenbahngleise - dieser Weg soll nicht saniert werden! - in Richtung Norden fahren und kurz vor der Gördenbrücke auf die Westseite der August-Bebel-Straße wechseln, da es auf der Gördenbrücke keinen Radweg auf der Ostseite gibt. Die vorgesehene Querung der Straßenbahngleise bei der Haltestelle August-Bebel-Straße ist aufgrund der Umlaufsperre verwinkelt und für Räder mit Anhänger oder Lastenräder kaum passierbar, dazu wird es an der Ampel über die Straße lange Wartezeiten geben.
“Das bedeutet eine massive Verschlechterung für alle, die mit dem Rad vom Hauptbahnhof oder der Innenstadt nach Hohenstücken oder auf den Görden fahren wollen", kritisiert Gero Walter, Sprecher der VCD-Kreisgruppe Brandenburg an der Havel. "Davon sind z.B. auch Schüler des Oberstufenzentrums ‘Alfred Flakowski’ und des Saldern-Gymnasiums betroffen, die in Hohenstücken oder auf dem Görden wohnen.”
Der ADFC hat angekündigt, Widerspruch gegen die laufende Ausschreibungsplanung einzulegen. [Update: offener Brief des ADFC vom 2.4.2020] Auch der VCD prüft eigene Schritte, um die Kappung der direkten Radverbindung nach Hohenstücken/Görden noch zu verhindern. Schon bei der Vorstellung der Vorplanung im Herbst 2018 hatten Vertreter des ADFC und VCD die Abschaffung des Zweirichtungsradwegs kritisiert und weitere Einwände formuliert, die offenbar vom Tisch gewischt wurden.
“Diese Planung lässt mich am guten Willen und den Maßstäben der Stadtverwaltung zweifeln”, meint Gero Walter. “Wie schon an der Otto-Sidow-Straße sollen den Radfahrern ohne Not Umwege und gefährliche Straßenquerungen zugemutet werden. Und wie dort wird die Stadtverwaltung damit auf die Schnauze fallen.”
An der Otto-Sidow-Straße hatten die Stadt und der Landesbetrieb Straßenwesen zunächst eine Planung präsentiert, bei der die Rad- und Fußwege zwischen der Kreuzung Wilhelmsdorfer Straße und der Einmündung Bauhofstraße entfallen sollten. Erst nach deutlichen Protesten von ADFC und VCD wurden Alternativen erwogen und letztlich ein Planungsansatz gewählt, bei dem Rad- und Fußwege erhalten bleiben.