Brandenburg

Bahn & Bus, S-Bahn im Berliner Umland, Pressemitteilung
Kreisgruppe Oberhavel

„Bus- und Bahnangebot in OHV schlechter als im Bundesschnitt“

Lediglich 84 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Oberhavel haben Zugang zu einem „ausreichenden“ Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs. Die Vergleichszahl in der Bundesrepublik Deutschland liegt bei 89,7 Prozent.

Oranienburg. Lediglich 84 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Oberhavel haben Zugang zu einem „ausreichenden“ Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs. Die Vergleichszahl in der Bundesrepublik Deutschland liegt bei 89,7 Prozent. Darauf macht die Kreisgruppe Oberhavel des ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) aufmerksam. „Für einen direkt an die Bundeshauptstadt angrenzenden Landkreis ist es kein Ruhmesblatt, in Oberhavel ein Bus- und Bahnangebot zu haben, das schlechter als im Bundesdurchschnitt ist“, sagte der Sprecher der VCD-Kreisgruppe, Dirk Flege, am Freitag in Oranienburg. Obwohl Oberhavel von den acht Umlandlandkreisen Berlins die zweithöchste Einwohnerdichte habe, liege es in dieser Gruppe lediglich auf Platz 4 hinter den Landkreisen Havelland (88,99 Prozent), Barnim (87,38 Prozent) und Potsdam-Mittelmark (85,67 Prozent).

Die Auswertung stammt von dem gemeinnützigen Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene mit Sitz in Berlin, das Statistiken des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)  mit einem Datenstand aus dem Jahr 2018 herangezogen hat. Laut BBSR gilt die Erreichbarkeit von Bus- und Bahnhaltestellen als „ausreichend“, wenn der Wohnort maximal 600 Meter von der Bushaltestelle bzw. 1.200 Meter von der Bahnstation entfernt ist und mindestens 20 Fahrtmöglichkeiten pro Tag angeboten werden.

Flege forderte vom Kreistag und vom Landratsamt „eine Nahverkehrsoffensive, um in den kommenden fünf Jahren wenigstens auf den Bundesdurchschnittswert zu kommen“. So sei es „ein Unding“, dass „von den neun S-Bahnhöfen im Kreisgebiet vier über keinen Busanschluss verfügen“. Auch Wiederbelebungen von Eisenbahnstrecken „gehören auf die Agenda, etwa die Reaktivierung der Strecke Wensickendorf-Liebenwalde oder Velten-Oranienburg“. Der Kreis müsse hier Unterstützung vom Land Brandenburg einfordern und selbst in Planungsvorleistung gehen.

„Wensickendorf-Liebenwalde und Velten-Oranienburg sind zwei Beispiele dafür, dass es nicht reicht, Oberhavel lediglich besser an die Metropole Berlin über das i2030-Konzept  anzubinden. Es müssen auch in der Fläche neue Bus- und Bahnverbindungen entstehen“, ergänzte Christoph Rudel, Co-Sprecher der VCD-Kreisgruppe Oberhavel.

Kontakt: Dirk Flege
Sprecher der Kreisgruppe Oberhavel, dirk.flege@vcd-brandenburg.de Tel. 0172/3125974

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