Brandenburg

Pressemitteilung
Kreisgruppe Oberhavel

VCD fordert Mindeststandards bei Bus und Bahn in Oberhavel

Vorschläge für eine bessere Mobilitätspolitik an Landratsamt und Kreistag geschickt

Oranienburg, den 7. September 2019. Die Kreisgruppe Oberhavel des Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat den Landrat und den Kreistag aufgefordert, „die Erreichbarkeit von Bus und Bahn für die Menschen in Oberhavel zu verbessern und Mindeststandards für die Bedienung von Städten, Gemeinden, Ortsteilen und Dörfern zu definieren“. Auch müssten „kreisübergreifende Buslinien“ eingerichtet werden. Das geht aus einem verkehrspolitischen Acht-Punkte-Papier hervor, das die Kreisgruppe des ökologischen Verkehrsclubs an Landrat Ludger Weskamp und den Vorsitzenden des Kreistages, Wolfgang Krüger, geschickt hat.

 

„Die Bedienhäufigkeiten und Betriebszeiten vieler Buslinien im Kreis sind unzureichend, oft kommen die Menschen nicht einmal mit dem Bus zum nächstgelegenen Bahnhof“, sagte VCD-Kreisgruppensprecher Dirk Flege aus Glienicke/Nordbahn in einer Medienmitteilung. Die VCD-Kreisgruppe erwarte vom Landkreis auch „Engagement bei der Reaktivierung von Schienenstrecken und Haltepunkten“. So solle der Kreis „schnellstmöglich die volkswirtschaftliche Sinnhaftigkeit der Reaktivierung des 1997 stillgelegten Abschnitts der Heidekrautbahn von Wensickendorf nach Liebenwalde gutachterlich prüfen lassen und im Falle eines positiven Ergebnisses planerisch in Vorleistung gehen“.

 

Kritisch bewertet der VCD die bisherige Verkehrssicherheitspolitik des Landkreises. „Der Landkreis veröffentlicht die Verkehrsopferzahlen nur sporadisch und nicht vollständig. Auch gibt es keinerlei konkrete Ziele für die Verkehrssicherheit im Landkreis – und dies, obwohl in den vergangenen fünf Jahren 54 Menschen auf den Straßen Oberhavels gestorben sind“, so die stellvertretende VCD-Kreisgruppensprecherin Petra Röthke-Habeck aus Hennigsdorf. Der Landkreis müsse „jährlich einen Verkehrssicherheitsbericht veröffentlichen“ und „in einem ersten Schritt kreisweit vor Schulen, Kitas, Altenheimen und Krankenhäusern für Geschwindigkeitsreduzierungen sorgen“.

 

Teil des Acht-Punkte-Papiers ist auch die Fahrradpolitik. Die VCD-Kreisgruppe fordert vom Kreis die Erarbeitung einer „Radverkehrsstrategie 2030“, die sowohl den Fahrradtourismus als auch den Alltagsradverkehr berücksichtigt. „Als Startschuss wünschen wir uns eine Fahrradbeauftragte oder einen Fahrradbeauftragten mit bedeutsamen Kompetenzen für die Steuerung und Koordinierung Dezernats-übergreifender Aktivitäten“, so der stellvertretende VCD-Kreisgruppensprecher Christoph Rudel aus Fürstenberg.