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Tramverkehr, Radverkehr, Pressemitteilung, Brandenburg
ProTramCottbus

Cottbus: Keine Verkehrswende in Sicht

Der ökologische Verkehrsclub VCD Brandenburg und ProTramCottbus fordern stärkeres Engagement der Stadt für umweltverträgliche Verkehrsmittel

Cottbus, 25.9.2018:
Viele Städte haben die Notwendigkeit einer Verkehrswende erkannt. Sie stellen die Weichen für autofreie Innenstädte, planen den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und wollen den Radverkehrsanteil deutlich erhöhen. Gerade erst wurde zum Beispiel in Oranienburg ein neues Fahrradparkhaus am Bahnhof eröffnet. Cottbus jedoch hat in den vergangenen Jahren vor allem für den Autoverkehr geplant und gebaut. Knapp zwei Jahre vor dem Ablauf des integrierten Verkehrsentwicklungsplanes und des Radverkehrskonzeptes fordern VCD und ProTramCottbus deshalb ein deutliches Engagement für Fahrrad, Bus und Tram.

Mangel an Radwegen, Abstellmöglichkeiten und Bekenntnis für Radverkehr
Zwar realisierte die Stadt seit 2012 eine Reihe von Verkehrsbauten, bei denen der Radverkehr berücksichtigt wurde, unter anderem beim Umbau von Bahnhofsstraße und der Straße der Jugend. In den letzten Jahren gab es jedoch keine weiteren Sanierungen und Neubauten von Fahrradwegen. Dabei hätte insbesondere beim Bau der Flaniermeile in der Stadtpromenade der Bau eines Radweges mitgedacht werden müssen. Denn zwischen Berliner und Brandenburger Platz kommt es häufig zu Auseinandersetzungen zwischen Radfahrern und Fußgängern, zum Glück noch ohne ernsthafte Unfälle.

„VCD und ProTram Cottbus vermissen ein klares Bekenntnis für den Radverkehr“, mahnt Dieter Schuster, Sprecher von ProTramCottbus und Vorstandsmitglied des VCD Brandenburg und fordert: „Cottbus muss deutlich mehr für den Radverkehr tun. Dazu gehört auch, dass die Stadt endlich Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Brandenburg wird.“
Oranienburg, Gründungsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen, zeigt nicht zuletzt mit seinem neuen zweigeschossigen Fahrradparkhaus, wie es gehen kann. 1.056 Stellplätze wurden in diesem Jahr am Bahnhof neu geschaffen. Die Pläne für den Cottbuser Hauptbahnhof sehen dagegen lediglich 260 Stellplätze im Süden und 100 Stellplätze im Norden vor. Dabei hat auch Cottbus viele Pendler, die das Fahrrad nutzen könnten, wenn sie einen sicheren Abstellplatz hätten.

Konsequenter Vorrang für den Nahverkehr
Und auch beim öffentlichen Verkehr könnte es besser laufen. Zwar bekommt Cottbus demnächst neue Straßenbahnen, doch die Freude darüber wird schnell getrübt, wenn diese aufgrund fehlender Vorrangschaltungen übermäßig lang an den Kreuzungen halten müssen. Die Linie 2 beispielsweise steht bei einer Gesamtfahrzeit von 23 Minuten zwischen Sachsendorf und Sandow teilweise bis zu elf Minuten an den Kreuzungen.
„Ohne konsequente Vorrangschaltung und der damit verbundenen Zeitersparnis verliert ein attraktives Verkehrsmittel wie die Tram einen entscheidenden Vorteil“, kritisiert Dieter Schuster und wünscht sich von der Stadt zukünftig mehr Engagement für Fahrrad, Bus und Tram.
Die vollständige Zwischenbilanz von VCD Brandenburg und ProTramCottbus zur Verkehrswende in Cottbus finden Sie unter: http://www.protramcottbus.de/?go=verkehrswende-2018

Presseresonanz:

https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/kritik-an-cottbuser-verkehrsplan_aid-34208591

www.niederlausitz-aktuell.de/cottbus/74236/verkehrsclub-und-protramcottbus-fordern-verkehrswende-in-der-stadt.html

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