Brandenburg

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Landesbedeutsame Buslinien

Zu diesem Thema lud die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen des Brandenburger Landtags am 12. Oktober nach Cottbus ein und Cottbusverkehr stellte für die Veranstaltung seine Kantine zur Verfügung.

Ingolf Berger von der ETC Transport Consultants GmbH stellte die Studie „Bus und Bahn zusammen gut“ vor.

Hauptkritikpunkt dieser Studie (Zitat):

„In Brandenburg wurde der SPNV in den vergangenen Jahren auf den nach Berlin ausgerichteten radialen Achsen erheblich ausgebaut. Auf diesen nachfragestarken Relationen sind sehr konkurrenzfähige Verkehrsangebote zum motorisierten Individualverkehr möglich. Der SPNVist in diesen Relationen so erfolgreich, dass gegenwärtig auf einigen Korridoren bereits Kapazitätsengpässe aufgrund zunehmender Nachfrage zu verzeichnen sind.Dahingegen wurde der SPNV auf ergänzenden tangentialen Strecken überwiegend reduziert bzw.ganz eingestellt. Durch diese zumeist rein wirtschaftlich begründeten Einstellungen des regionalen Bahnverkehrs ohne adäquate Alternativangebote im Busverkehr haben sich die Verkehrsangebote in der Fläche oftmals insgesamt verschlechtert. Dies betrifft in besonderem Maße solche Relationen, die über Kreis- oder sogar Landesgrenzen führen. Hier haben die Landkreise als Aufgabenträger und die dort verkehrenden Verkehrsunternehmen bisher nur ein geringes Interesse gezeigt, den Hauptachsen folgende Linien einzurichten, die auch Kreisgrenzen überschreiten. Oftmals orientiert sich die Angebotsplanung vordergründig am Schülerverkehr, der ja in der Regel innerhalb der Landkreise stattfindet.“

Da kann man wohl nur zustimmen.

Und feststellen, dass die Brandenburger hier die Zeichen der Zeit wohl ein Bisschen verschlafen haben, denn in anderen Bundesländern gibt es Derartiges laut Studie schon seit 1996:

  • „Regiolinien“ in Rheinland-Pfalz

  • „Landeslinien“ in Sachsen-Anhalt und neuerdings auch

  • in Brandenburg den „PlusBus“, allerdings auf Kreisebene

Entnommen aus: http://images.vbb.de/assets/downloads/file/547302.pdf

 

Deutlich zu erkennen ist der unterschiedliche Realisierungsstand in den einzelnen Kreisen. Eine Ursache dafür ist sicherlich, dass „PlusBus“ eine freiwillige Aktion ist und vom Land nicht gefördert wird.

Ergo: Das können sich vorerst nur die „reichen“ Regionen leisen. Aber immerhin denkt Spree-Neiße bereits darüber nach.

Wichtig ist auch, hier zu erkennen, dass PlusBus eine wichtige Rolle als Zubringer zur Bahn spielt, siehe Schriftblöcke.

Doch verkehren die PlusBusse auch nur innerhalb der Kreisgrenzen. Deshalb besteht lt. Studie
„...Handlungsbedarf, Hauptachsen und Aufkommensschwerpunkte in Brandenburg und der benachbarten Regionen auch dort zu verbinden, wo kein die Grenzen der Gebietskörperschaften (insbesondere zwischen Landkreisen) überschreitendes Verkehrsangebot besteht.“

Laut Brandenburger ÖPNV-Gesetz ist das Land für Kreis-überschreitende („landesbedeutsame“) Buslinien zuständig, doch schreibt das Gesetz keine Verpflichtung zur Finanzierung fest. Hier sind also entsprechende gesetzliche Änderungen erforderlich.

Für die Region Cottbus-Spree-Neiße erkennt die Studie allerdings nur wenig Handlungsbedarf bezüglich landesbedeutsamer Buslinien:

  • Die Strecke Cottbus-Beeskow, die ja bis in die 1990er durch die Bahn (über Grunow) bedient wurde, für die in der Studie aber auch kein Nachfragepotenzial genannt wurde und

  • Die Strecke Cottbus-Hoyerswerda über Spremberg.
    Hier existiert bereits die Buslinie 800, die allerdings eine Zeit benötigt, die etwa doppelt so groß ist wie die entsprechende MIV-Zeit.
    Eine Option der Studie zur Verkürzung der Fahrtzeit besteht darin, die Linie 800 auf die Strecke Spremberg(Bahnhof) – Hoyerswerda einzukürzen mit optimalen Übergangsbedingungen zur Bahnlinie RB65. Hier besteht dann allerdings Umsteigezwang, doch die Fahrtzeit würde sich um ca. 20% verkürzen.

Für andere Relationen sieht die Studie keinen Bedarf im Raum Cottbus-Spree-Neiße, denn alle anderen Korridore werden bereits durch die Bahn abgedeckt.

Die Studie selbst ist hier zu erreichen:

www.gruene-fraktion-brandenburg.de/fileadmin/ltf_brandenburg/Dokumente/Publikationen/170126_Gutachten_Landesbedeutsame_Buslinien_fuer_Brandenburg.pdf


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