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Ein neues Liniennetz mit neuem Takt für Cottbus

Die Linie 1 ist gerettet! Zumindest vorerst. Cottbus hat nicht vergessen. Auch die Politiker nicht. Niemand möchte sich ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl die Finger an solch einem sensiblen Thema verbrennen und so freuen wir uns sehr, dass aus der breiten Bevölkerung klarer Gegenwind zu dem Vorstoß kam, die Straßenbahn nach Schmellwitz Anger einzustellen. Fiebern wir nun der Wiederaufnahme des Regelbetriebs auf allen Cottbuser Straßenbahnstrecken im kommenden Mai entgegen.

Die Stadt lud nun zum Bürgerdialog und Cottbusverkehr präsentierte zwei Varianten, wie die Straßenbahnen mit Eröffnung des Bahnhofsvorplatzes fahren sollen. Beide Konzepte haben ihre Vor- und Nachteile und es würde wohl den Rahmen sprengen, diese hier ausgiebig zu beleuchten. Wir sehen jedoch eine zentrale Schwäche in beiden Varianten, die ganz unabhängig davon ist, welche Linie künftig durch die Bahnhofstraße fährt und welche nicht: die angestrebten Taktzeiten.

So soll die Linie 1 wie in den vergangenen Jahren alle 20 Minuten verkehren. Für die Linien 2 und 3 ist der heutige 15-Minutentakt vorgesehen und die Linie 4 soll auf einen 10-Minutentakt umgestellt werden. Für Neu Schmellwitz bedeutet das also ein besseres Angebot, für Sachsendorf ein schlechteres, für alle anderen bleibt es wie bisher. Und unterm Strich verlieren trotzdem irgendwie alle. Denn so passt der 10-Minutentakt der Linie 4 zwar gut zum 20-Minutentakt der Linie 1, es ergeben sich immer dieselben Umstiegszeiten. Der 15-Minutentakt der Linien 2 und 3 passt dazu jedoch nicht, denn so ergeben sich abwechselnd kürzere und längere Umstiegszeiten und jegliche Merkbarkeit geht verloren.

Wenn das Ziel der Stadt und von Cottbusverkehr bedeutet, möglichst viele Menschen in die Straßenbahn zu bringen, dann braucht es einen einheitlichen Takt auf allen Linien bzw. ein Vielfaches davon. Schaut man sich nun die beiden künftigen Netze an und rechnet den Fahrzeugbedarf mit den angegeben Taktzeiten durch, so stellt man fest, dass man genauso gut alle Linien im 15-Minutentakt verkehren lassen und die Linie 1 bis nach Sachsendorf verlängern könnte, ohne zusätzliche Fahrzeuge zu benötigen. Damit behielte Sachsendorf sein dichtes Angebot, von der Endhaltestelle bis zum Bonnaskenplatz würden sich die Linien 1 und 4 dann zu einem 7,5-Minutentakt überlagern, die Umstiegszeiten zu den anderen Linien wären immer dieselben. Und am Abend oder Wochenende könnte man die Linie 1 problemlos zum Bahnhof einkürzen oder wie bisher auf Busbetrieb zwischen Stadthalle und Schmellwitz Anger umstellen.

Wir wünschen uns daher, dass Cottbusverkehr auch diese Variante in Erwägung zieht.

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