Brandenburg

Vorrangschaltung

Schon seit Längeren kritisierten wir die fehlende Bevorrechtigung des ÖPNV an Cottbuser Kreuzungen, dies um so mehr, als diese Forderung bereits im InVEPI-2020 (Stand: September 2011) als Zielstellung unter Punkt 7.2.4. auf Seite 80 festgeschrieben wurde:
„Weitere Durchsetzung der ÖPNV-Bevorrechtigung gegenüber dem MIV im öffentlichen Straßenraum“.
Im April 2014 setzte sich Günter Weigel schließlich in verschiedene Bahnen und stoppte die Haltezeiten an Kreuzungen. Ergebnis:

  1. Auf der Linie 2 hielt unser Messfahrzeug auf der Strecke von Sachsendorf nach Sandow insgesamt 13 Mal an Kreuzungen, wobei Stillstandszeiten von insgesamt 400 Sekunden ermittelt wurden. Rechnet man (geschätzt) je 10 Sekunden Verlust für Verzögerung und Beschleunigung hinzu, kommt man locker auf insgesamt 11 Minuten Verlustzeit, und das bei einer fahrplanmäßigen Zeit für die genannte Strecke von 23 Minuten!

  2. Auf der Linie 4 (Sachsendorf - Neu-Schmellwitz) ermittelten wir immerhin noch 11 Halte an Kreuzungen mit einer Verlustzeit von 300 + 220 Sekunden.

Im Flugwesen sagt man: Flugzeuge bringen nur dann Geld, wenn sie in der Luft sind.
Auf den städtischen Verkehr bezogen gilt:
Stehen die Fahrzeuge weniger, werden höhere Erlöse eingefahren, und die Stadt müsste geringere Zuschüsse an Cottbusverkehr zahlen.
Oder etwas drastischer formuliert:
Ohne vernünftige Vorrangschaltung wirft die Stadt regelrecht Geld aus dem Rathausfenster!

Auch die LR griff das Thema auf:
https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/nur-selten-freie-fahrt-fuer-die-tram_aid-4046177


Im Mai 2016 maßen wir erneut, dieses Mal die Zeit, die die Tramlinie 4 zwischen den Haltestellen Görlitzer Straße und Thiemstr./Hbf benötigt.
Ergebnis:
Mit 30 Messungen zwischen dem 24.5. und dem 24.06.2026 ermittelten wir für diese rund 300m lange Strecke eine durchschnittliche Fahrzeit von 3,5 Minuten.
Durchnittsgeschwindigkeit: rund 5km/h = Schrittgeschwindigkeit!

 

 

 

 

Park + Ride (2015)

Nach unseren Recherchen ist die Situation nicht besonders erfreulich.

Zunächst einmal fehlt ein P+R-Leitsystem komplett.
Aber auch vorhandene P+R-Plätze sind weder entsprechend ausgewiesen noch mit den notwendigen Hinweisschildern versehen.
Auch fehlt es teilweise an ausreichend Raum für P+R-Plätze. Aber muss denn ein P+R-Platz ausschließlich an der Endhaltestelle einer Linie liegen? Es ist doch auch denkbar, dass er ein oder zwei Haltestellen von der Endhaltestelle aus entfernt ist, wenn es hier mit dem Raumangebot besser aussieht.
Für auswärtige Besucher einer Stadt ist die Darstellung der P+P-Plätze im Internet immer sehr sinnvoll. Das sollte auch für Cottbus realisiert werden.

Wit untersuchten, wo an den Haupteinfallstraßen P+R-Plätze entstehen könnten:

 

Die LR nahm das Thema auf:

https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/protram-warnt-vor-park-chaos-am-bahnhof_aid-3372361

https://www.lr-online.de/lausitz/cottbus/ein-langer-atem_aid-4077123

Doch muss man auch feststellen, dass vorhandene P+R-Plätze in Cottbus schlecht angenommen werden:
Der Parkplatz am TKC und auch der Platz an der "Europa-Kreuzung" beweisen das eindrücklich.
Wohl auch die Folge eines wenig attraktiven ÖPNV!

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Dieter Schuster

Sprecher von ProTramCottbus

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